Auf dem Fachtag „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ wurde eine gleichnamige Broschüre vorgestellt, die von der Stabsstelle für Gleichstellung und Integration in Kooperation mit dem Mehrsprachigkeitszentrum in Tübingen (MiT) und dem Deutschen Seminar der Universität Tübingen erstellt wurde. Die 36-seitige Broschüre informiert pädagogische Fachkräfte sowie Eltern über den Mehrwert der Mehrsprachigkeit und deckt die häufigsten Irrtümer zur Mehrsprachigkeit auf. Außerdem führt die Broschüre verschiedene Angebote von Tübinger Vereinen und (post-)migrantischen Organisationen auf. Diese fördern mit Sprachkursen, theaterpädagogischen und interkulturellen Angeboten wie Sprachcafés den Erhalt der Familiensprachen und Mehrsprachigkeit. Auch der herkunftssprachliche Unterricht, der von den Konsularischen Vertretungen angeboten wird, ist aufgeführt. Die Broschüre gibts es hier!
Der erste Landesfachtag des Landesverbands der kommunalen Migrantenvertretungen in Baden-Württemberg (LAKA BW) war ein großer Erfolg und bot eine inspirierende Plattform für den Austausch, die Diskussion und die Förderung von Engagement und Vielfalt. Unter dem Motto „#wir:engagiert in Baden-Württemberg“ versammelten sich am Samstag, den 25. November 2023, Mitglieder, Interessierte und Experten in der Jugendherberge Mannheim International, um über die verschiedenen Facetten der Integration durch Partizipation zu sprechen. Der Fachtag wurde durch die gemeinsamen Anstrengungen des LAKA BW und des Migrationsbeirats der Stadt Mannheim möglich. Deniz Tekin, Teilnehmer im Namen des Tübinger Integrationsrats, trug nicht nur als Mitglied zur Vielfalt des Fachtags bei, sondern leitete auch den Workshop „Einrichtung einer Ombudsstelle“, wo er als Referent wertvolle Einsichten und Fachkenntnisse teilte.
Die Eröffnung des Fachtags wurde von Gerhard Fontagnier, Stadtrat der Stadt Mannheim, eingeleitet. Sozialminister Baden-Württembergs Manne Lucha sendete seine Grüße in einem Videobeitrag, und Dejan Perc, Vorsitzender des LAKA BW, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des Engagements für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft.
Impulse und Diskussionen
Ein Höhepunkt des Fachtags war der thematische Input von Dr. Maria Schiller, einer renommierten Assoziierten Professorin für Public Policy, Migration und Diversität an der Universität Rotterdam. Ihr Vortrag „Warum institutionelle Gestaltung und Handlungsfähigkeit lokaler Migrationsbeiräte wichtig sind“ lieferte wertvolle Einblicke und regte zu intensiven Diskussionen an.
Die Podiumsdiskussion, an der Dr. Maria Schiller, Gari Pavkovic (Leiter der Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart) und Zahra Alibabanezhad Salem (Vorsitzende des Migrationsbeirats Mannheim und stellvertretende Vorsitzende des LAKA BW) teilnahmen, vertiefte die Themen und ermöglichte einen direkten Austausch zwischen Experten und Teilnehmern.
Praxisnahe Workshops
In den beiden Workshop-Runden erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, praxisnahe Einblicke in erfolgreiche Projekte zu gewinnen und ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Die Bandbreite der Themen reichte von einem Schulprojekt des Rottenburger Integrationsbeirats gegen Rassismus über die Einrichtung einer Ombudsstelle bis hin zu symbolischen Wahlen und der Sicherung von ständigen Sitzen in Ausschüssen.
Der Landesfachtag fand seinen Abschluss in einem klaren Bekenntnis zum weiteren Engagement für Vielfalt und Partizipation in Baden-Württemberg.
Das Programm zum Fach gibt es hier! Die Pressemitteilung des LAKA hier! Und eine große Fotogallerie hier!
Vielfalt und Partizipation im Fokus: LAKA-Vollversammlung setzt am 24.11.2023 in Mannheim Zeichen für die Zukunft der Kommunalpolitik
Die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Ausländervertretungen Baden-Württemberg (LAKA) versammelte sich am Freitag, dem 24. November 2023, zu ihrer Vollversammlung im Technischen Rathaus Mannheim. Die Versammlung zog Teilnehmer aus verschiedenen Regionen an, darunter Deniz Tekin, der den Tübinger Integrationsrat vertrat. Die Moderation erfolgte durch Argyri Paraschaki-Schauer.
Die Veranstaltung bot eine vielfältige Agenda, die sich auf zentrale Themen der kommunalen Politik konzentrierte. Ein Höhepunkt war der Vortrag von Frau Merve Schmitz-Vardar, Mitautorin einer wegweisenden Studie der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg. Unter dem Motto „Vielfalt sucht Repräsentation – Amts- und Mandatsträger*innen in der Kommunalpolitik“ beleuchtete sie die Herausforderungen und Chancen, die sich aus dem Streben nach umfassender politischer Repräsentation ergeben.
Nachdem Clemens Hauser vom Freiburger Wahlkreis 100% e.V. die Städteerklärung „Unsere Städte, unsere Stimmen“ vorgestellt und daraufhin im Plenum intensiv diskutiert wurde, wurde die einstimmige Forderung verabschiedet. Man appelliert an alle Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister im Land, die Städteerklärung des europäischen Netzwerks („VRAR – voting rights for all residents“) zu unterzeichnen und die Einführung des kommunalen Wahlrechts für Drittstaatsangehörige nachdrücklich zu unterstützen. Bereits sechs Städte in Baden-Württemberg, vorangetrieben durch die Migrationsbeiräte, haben die Städteerklärung unterzeichnet: Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Heidelberg, Aalen und Rottenburg.
Die kommende Kommunalwahl im Jahr 2024 war ebenfalls ein zentraler Diskussionspunkt. Die Teilnehmer erhielten einen Ausblick auf die bevorstehende Wahl und tauschten Ideen darüber aus, wie die Partizipation in der Kommunalpolitik weiter gestärkt werden kann.
Ein wichtiger Beitrag zur Versammlung kam vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. Ansgar Lottermann gab einen umfassenden Bericht über aktuelle Entwicklungen und Initiativen des Ministeriums.
Die Pressemitteilung des LAKA zur Vollversammlung gibt es hier! Und die Städteerklärung hier!
Treffen der Internationalen Vereine – Rückblick (21.11.2023)
Vertreterin des Telar e.V., Mihriban Şahin (Integrationsbeauftragte), Boris Palmer – Foto: Deniz-O. Tekin
Am 21. November 2023 versammelten sich Vertreter*innen der Internationalen Vereine, die Stadtverwaltung und Mitglieder des Integrationsrats im Tübinger Rathaus, um gemeinsam an einer vielfältigen und integrativen Gemeinschaft zu arbeiten. Unter der Leitung von Oberbürgermeister Palmer wurde eine breite Palette von Themen diskutiert, die von der Vorstellung der Vereine bis hin zu aktuellen Entwicklungen in der Stadt reichten.
Das Treffen begann mit einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Palmer, der die Bedeutung der internationalen Gemeinschaft in Tübingen hervorhob. Er betonte die Rolle der Vereine bei der Förderung des interkulturellen Dialogs und des Zusammenhalts in der Stadt.
Im Anschluss erhielten die Internationalen Vereine die Gelegenheit, sich vorzustellen und ihre einzigartigen Beiträge zur Gemeinschaft zu präsentieren. Telar e.V., der sich dem Verbinden von Welten verschrieben hat, wurde ebenso vorgestellt wie der Ägyptisch-Deutsche Kulturverein Baden-Württemberg e.V. und die Pakistan Welfare and Cultural Society Tübingen e.V..
In der offenen Austauschrunde griff Oberbürgermeister Palmer das komplexe Thema des Nahostkonflikts in Israel und Palästina auf. Die Diskussion entfaltete sich in leidenschaftlichen Worten, während verschiedene Standpunkte und Perspektiven berichtet wurden. Der hitzigen Debatte folgten Berichte aus der Stabsstelle für Gleichstellung und Integration.
Zuletzt informierten Pilar Martinez Sola und Deniz Tekin aus dem Tübinger Integrationsrat über aktuelle Themen, darunter die Vorbereitungen zur Kommunalwahl 2024, die Zusammenarbeit mit anderen Integrationsräten sowie eine kritische Betrachtung der Situation in der Ausländerbehörde. Besonders betont wurde auch das Engagement des Integrationsrats für das Wahlrecht für alle. Diese zentrale Fragestellung unterstreicht die Bestrebungen, eine inklusive und gerechte Partizipation aller Bürger*innen in Tübingen sicherzustellen. Der Integrationsrat setzt sich aktiv dafür ein, dass jede Stimme gehört wird und dass demokratische Prozesse für alle Mitglieder der Gemeinschaft zugänglich sind.
Treffen der internationalen Vereine am 21.11.2023 – Foto: Stabsstelle für Gleichstellung und Integration
Auf Einladung des Bevollmächtigten des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Herrn Staatssekretär Rudi Hoogvliet, nahmen vom 18. bis 21. Oktober 2023 die Tübinger Integrationsrät*innen Barış Ateş, Nilgün Doğan, Pilar Martinez Sola, Ana Morella Mejias Martinez und Fotini Zgouros an der politischen Informationsfahrt nach Berlin teil. Insgesamt folgten 47 LAKA-Mitglieder und Mitarbeitende dieser Einladung und nutzen die Gelegenheit um Kontakte mit anderen Migrantenvertretungen zu knüpfen und lokale Themen zu besprechen.
Einen ausführlichen Bericht mit Fotos gibt es hier.
Informationsfahrt kommunaler Migrantenvertretungen nach Berlin – Foto: Landesvertretung Baden-Württemberg Berlin
Pilar Martinez Sola, Fotini Zgouros, Barış Ateş, Ana Morella Mejias Martinez, Nilgün Doğan – Foto: n/a
Informationsfahrt kommunaler Migrantenvertretungen nach Berlin – Foto: n/a
Informationsfahrt kommunaler Migrantenvertretungen nach Berlin – Foto: n/a
Fachtag: „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ – ein Rückblick (15.10.2023)
Am 13. Oktober 2023 fand in Tübingen ein Fachtag mit dem Titel „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ statt. Die Veranstaltung, die in Kooperation mit der Stabsstelle Gleichstellung und Integration, dem Deutschen Seminar der Universität Tübingen und dem Mehrsprachigkeitszentrum in Tübingen (MiT) organisiert wurde, richtete sich an Interessierte, Fachleute und Akteure im Bereich der Bildung und Integration.
Die Eröffnung der Veranstaltung wurde von Mihriban Şahin, der Integrationsbeauftragten der Stadt, vorgenommen. Boris Palmer, der Oberbürgermeister von Tübingen, begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für die lokale Gemeinschaft. Die Einführung in die Thematik erfolgte durch Fotini Zgouros, Erzieherin, und Deniz Tekin, Lehrer, beide Mitglieder des Integrationsrats Tübingen, die ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Mehrsprachigkeit im Alltag teilten.
Ein Höhepunkt des Fachtags war der Impulsvortrag von Prof. Dr. Doreen Bryant. Sie beleuchtete das Phänomen der Mehrsprachigkeit aus den Perspektiven des Individuums, des Bildungssystems und der Gesellschaft und präsentierte aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung. Dies bildete die Grundlage für die folgenden Workshops, in denen die Teilnehmenden verschiedene Aspekte vertiefen konnten.
In Workshop 1 mit dem Titel „Das Interesse an Büchern wecken und die Lese- und Schreibentwicklung fördern. Literacy in Familie, Kita und Schule“ gab Derya Dinçer, Mitglied des Deutschen Seminars der Universität Tübingen und des Mehrsprachigkeitszentrums Tübingen, praxisnahe Einblicke. Der Workshop 2, geleitet von Slavica Stevanović von der Tübingen School of Education, behandelte das Thema „Ehrenamtlichen Herkunftssprachenunterricht gestalten“. In Workshop 3 präsentierten Lâle Tipieser vom INET der Universitätsstadt Tübingen und Irmela Franjković vom Fachdienst Migration und Sprache der Universitätsstadt Tübingen „Mehrsprachige städtische Angebote in Kinderhäusern und Schulen“.
Der Fachtag „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ ermöglichte einen intensiven Austausch und bot praxisnahe Einblicke in die Förderung der Mehrsprachigkeit in verschiedenen Bildungsbereichen. Die Vielfalt der Workshops trug dazu bei, dass die Teilnehmenden konkrete Handlungsansätze für ihre tägliche Arbeit mitnehmen konnten. Die Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung der Mehrsprachigkeit als Bereicherung im Bildungskontext und fördert das Verständnis für die Chancen, die sich daraus ergeben.
Auf dem Fachtag wurde zudem die Broschüre „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ vorgestellt, die von der Stabsstelle für Gleichstellung und Integration in Kooperation mit dem Mehrsprachigkeitszentrum in Tübingen (MiT) und dem Deutschen Seminar der Universität Tübingen erstellt wurde. Die 36-seitige Broschüre informiert pädagogische Fachkräfte sowie Eltern über den Mehrwert der Mehrsprachigkeit und deckt die häufigsten Irrtümer zur Mehrsprachigkeit auf. Außerdem führt die Broschüre verschiedene Angebote von Tübinger Vereinen und (post-)migrantischen Organisationen auf. Diese fördern mit Sprachkursen, theaterpädagogischen und interkulturellen Angeboten wie Sprachcafés den Erhalt der Familiensprachen und Mehrsprachigkeit. Auch der herkunftssprachliche Unterricht, der von den Konsularischen Vertretungen angeboten wird, ist aufgeführt. Die Broschüre gibts es hier!
Der Tübinger Integrationsrat bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten und Teilnehmenden für ihre engagierte Mitwirkung an diesem inspirierenden Fachtag. Die vielfältigen Perspektiven und praxisnahen Impulse tragen dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Mehrsprachigkeit in der Bildung zu schärfen und die Integration in Tübingen weiter zu fördern.
Fachtag: „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ Geisel – Foto: Ana Morella Mejias Martinez
Fachtag: „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ – Foto: Ana Morella Mejias Martinez
Mihriban Şahin (Integrationsbeauftrage) – Foto: Ana Morella Mejias Martinez
Oberbürgermeister Boris Palmer – Foto: Ana Morella Mejias Martinez
Deniz Tekin und Fotini Zgouros (Integrationsrat) – Foto: Ana Morella Mejias Martinez
Prof. Dr. Doreen Bryant (Deutsches Seminar der Uni Tübigen), Fotini Zgouros und Deniz Tekin (Integrationsrat) – Foto: Ana Morella Mejias Martinez
Fachtag: „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ – Foto: Deniz Tekin
Fachtag: „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ am 13. Oktober mit Beitrag des Integrationsrats (01.10.2023)
Am 13. Oktober 2023 wird ein besonderer Fachtag unter dem Titel „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ von der Tübinger Stabsstelle für Gleichstellung und Integration veranstaltet. Dieses Event wird eine Gelegenheit bieten, sich mit dem Thema Mehrsprachigkeit und seiner Bedeutung für die Bildung auseinanderzusetzen. Fotini Zgouros und Deniz Tekin, Mitglieder des Tübinger Integrationsrats, werden von ihren eigenen Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit und Bildung berichten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung können dem Flyer und der folgenden Pressemitteilung entnommen werden.
Pressemitteilung der Universitätsstadt Tübingen 4. Oktober 2023
Fachtag „Mehrsprachig aufwachsen – ein Gewinn für Bildung“ am 13. Oktober
Über ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in baden-württembergischen Schulen hat eine andere Familiensprache als Deutsch, viele wachsen mit zwei oder mehreren Sprachen auf. Mehrsprachigkeit hat eine große Bedeutung für die Entwicklung der persönlichen Identität von Kindern und für einen erfolgreichen Spracherwerb in Deutsch und anderen Sprachen. Studien zeigen auch, dass Mehrsprachigkeit die Leistung des Gehirns und die Kreativität positiv beeinflussen kann. Daher gilt es, neben den Deutschkenntnissen auch die Mehrsprachigkeit zu fördern.
Auch in den Tübinger Kitas und Schulen ist die sprachliche Vielfalt groß. „Aber es gibt noch immer viele Vorurteile gegenüber Mehrsprachigkeit und mehrsprachige Erziehung“, sagt Mihriban Sahin, Integrationsbeauftragte der Universitätsstadt Tübingen. Mit einem Fachtag möchte die Stadtverwaltung zeigen, dass diese nicht stimmen. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen
am Freitag, 13. Oktober 2023, von 13 bis 18 Uhr, im Rathaus am Markt, 1. Stock, Ratssaal.
Beim Fachtag wird über die Vorteile von Mehrsprachigkeit gesprochen und es werden Wege aufgezeigt, wie mehrsprachige Kompetenzen als Ressource für Bildung und Beruf anerkannt und gefördert werden können. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Mehrsprachigkeitszentrum in Tübingen (MiT) und dem Deutschen Seminar der Universität Tübingen statt. Während des ganzen Fachtags gibt es eine Kinderbetreuung. Um Anmeldung bis Montag, 9. Oktober 2023, per E-Mail an vielfalt@tuebingen.de wird gebeten.
Programmübersicht: ab 13 Uhr: Markt der Möglichkeiten: Tübinger Vereine, die herkunftssprachlichen Unterricht und interkulturelle Vermittlung anbieten, stellen sich vor. 14 Uhr: Begrüßung durch Oberbürgermeister Boris Palmer. Anschließend berichten Fotini Zgouros und Deniz Tekin vom Integrationsrat über ihre Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit im Alltag. 14.30 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Doreen Bryant, Eberhard Karls Universität Tübingen, zum Thema „Perspektiven auf Mehrsprachigkeit: Individuum, Bildungssystem, Gesellschaft, Wissenschaft“. ab ca. 16 Uhr: Workshops zu folgenden Fragestellungen: Wie kann das Interesse an Büchern geweckt und die Lese- und Schreibentwicklung bei Kindern unterstützt werden? Wie kann ehrenamtlicher Herkunftssprachenunterricht in Vereinen gestaltet werden? Wie fördern städtische Angebote die Mehrsprachigkeit in Kinderhäusern und Schulen?
Ein Film, zwei Städte: Tübingen und Rottenburg zeigen „Die Käufer der Träume“ in Zusammenarbeit (30.09.2023)
In Tübingen und Rottenburg erlebten die Einwohner*innen während der Interkulturellen Woche 2023 eine beeindruckende gemeinsame Veranstaltung, initiiert von den Integrations(bei)räten beider Städte. In Kooperation mit der Stadt Rottenburg, dem Jugendmigrationsdienst und dem Landratsamt Tübingen wurde der bewegende Dokumentarfilm „Die Käufer der Träume“ am 28. und 29. September 2023 präsentiert. Dieser außergewöhnliche Filmabend wurde jeweils mit einer anregenden Diskussionsrunde abgeschlossen, an der sowohl die Filmemacher*innen als auch das Publikum teilnahmen.
Barbara Kafili (Integrationsbeauftragte Stadt Rottenburg), Akouvi Sessinou, Ibrahima Ndiaye und Kossi Themanou – Foto: Deniz Tekin
Im Dokumentarfilm „Die Käufer der Träume“ erzählen Geflüchtete aus den Landkreisen Sigmaringen und Tübingen in rund 45 Minuten aufrichtig und ungefiltert ihre Geschichten, ihre Alltagsrealitäten, ihre Träume. Der Film nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine Reise, auf der die Protagonist*innen ihre persönlichen Erfahrungen und Hoffnungen teilen. Es sind Geschichten von Mut, Beharrlichkeit und der Suche nach einem besseren Leben in einer neuen Heimat. Diese ergreifende Darstellung hat das Publikum zutiefst berührt. Die Zuschauer konnten sich mit den dargestellten Schicksalen identifizieren.
Nach der Filmvorführung bot sich die Gelegenheit zu einer inspirierenden Diskussionsrunde, bei der die Filmemacher*innen, und Zuschauer*innen ihre Gedanken und Erfahrungen miteinander teilten. Die Diskussion gab Raum für einen offenen Dialog über die Themen des Films und darüber hinaus. Diese interaktive Begegnung trug dazu bei, kulturelle Barrieren zu überwinden und die Verständigung zwischen den Gemeinschaften zu stärken.
Der Abend war zweifellos ein großer Erfolg und wurde von allen Beteiligten als ein bedeutendes Ereignis in der Interkulturellen Woche gefeiert. Die Veranstaltung zeigte, wie Kunst und Kultur als starke Werkzeuge dienen können, um Brücken zwischen den Kulturen zu bauen und die Zusammenarbeit zu fördern.
Beteiligte am Kooperationsprojekt – Foto: n/a
Die Integrationsräte von Tübingen und Rottenburg, die maßgeblich zur Organisation dieser Veranstaltung beigetragen haben, äußerten ihre Freude über den gelungenen Abend und bekundeten ihren Wunsch nach weiteren gemeinsamen Projekten zur Förderung der kulturellen Vielfalt in der Region. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven und weltoffenen Gesellschaft.
„Durch dieses Projekt sind die Migrantenvertretungen IR Tübingen und InB Rottenburg noch enger zusammen gewachsen. Es zeigt, dass es zwar Stadtgrenzen, aber in der Sache keine Trennlinien gibt.“
Daniel Setzler (Vorstand des InB Rottenburg & stv. Vorsitzender LAKA BW) & Laura Conte (IR Tübingen)
Der Tübinger Integrationsrat bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser besonderen Veranstaltung beigetragen haben. Die Resonanz und das Engagement der Gemeinschaft sind eine ermutigende Bestätigung für die Bemühungen um Integration und Verständigung in unserer Region.
Pietro Scalera (IB Rottenburg) – Foto: Deniz Tekin
Käufer der Träume (28.09.2023, Rottenburg) – Foto: Deniz Tekin
Käufer der Träume (28.09.2023, Rottenburg) – Foto: n/a
Fotini Zgouros (IR Tübingen), Kossi Themanou, Ibrahima Ndiaye und Blessing Babalola – Foto: Cevat Tipieser
Wahlrecht für „Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter“
Am 4. September 1973, vor genau 50 Jahren, kam mein Vater aus dem anatolischen Tepeköy als einer der „letzten Gastarbeiter“ nach Deutschland. Arbeitskräfte, die gezielt angeworben wurden, um den Arbeitskräftemangel in Deutschland auszugleichen. Diese Menschen haben ihr Zuhause verlassen, um in Deutschland zu arbeiten und zu leben und sie haben einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen und kulturellen Vielfalt dieses Landes geleistet. Seit über einem halben Jahrhundert sind die Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter inzwischen integraler Bestandteil dieses Landes, politisch jedoch noch immer Gäste: Mein Vater hatte keinen Einfluss auf die Wahl Helmut Schmidts zum Bundeskanzler Deutschlands oder Boris Palmers zum Bürgermeister Tübingens – dabei vertritt er klare politische Vorstellungen und Standpunkte. Verurteilt, auf der Zuschauerbank zu sitzen und zuzusehen, wie Politikerinnen und Politiker das Land und die Kommune lenken, ohne Einfluss darauf gehabt zu haben. Dies steht in eklatantem Widerspruch zu den Prinzipien der Demokratie und der Gleichheit vor dem Gesetz. Das Wahlrecht ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Integration. Durch die Teilnahme an Wahlen werden sich die Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter stärker als Teil der Gesellschaft fühlen. Sie werden nicht nur eine engere Bindung zu ihrer Kommune und ihrem Land entwickeln, sondern sich intensiver mit den politischen Prozessen und Entscheidungen auseinandersetzen, die ihr Leben beeinflussen.
Es ist an der Zeit, diese lange bestehende Ungerechtigkeit zu beenden und den Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern das Wahlrecht zu gewähren, das sie verdienen. Dies wäre nicht nur ein Akt der Gerechtigkeit, sondern auch ein Zeichen der Anerkennung für ihre langjährigen und wertvollen Beiträge zu unserer Gesellschaft.Deutschland sollte dem Beispiel anderer Länder folgen, die bereits Schritte unternommen haben, um das Wahlrecht für langjährige Einwohnerinnen und Einwohner ohne Staatsbürgerschaft zu gewähren. Der Tübinger Integrationsrat setzt sich für dieses Recht ein!
Übrigens: Dass mein Vater noch die die Staatsbürgerschaft der Türkei besitzt, liegt an der Bürokratie und am Pragmatismus, nicht am Nationalstolz – der ist genauso ausgeprägt wie sein hiesiges Wahlrecht.
Interkulturelle Woche 2023 – Film- und Diskussionsabend: „Die Käufer der Träume“
Der Integrationsrat Tübingen zeigt in Kooperation mit dem Integrationsbeirat Rottenburg, der Stadt Rottenburg, dem Jugendmigrationsdienst und dem Landratsamt Tübingen:
Wann: 28. September 2023 und 29. September 2023 Wo: 28. September 2023 im Kino Waldhorn in Rottenburg und am 29. September 2023 im Kino Arsenal in Tübingen
Im Dokumentarfilm „Die Käufer der Träume“ erzählen Geflüchtete aus den Landkreisen Sigmaringen und Tübingen in rund 45 Minuten aufrichtig und ungefiltert ihre Geschichten, ihre Alltagsrealitäten, ihre Träume. Im Anschluss an die Filmaufführung gibt es eine Diskussionsrunde mit dem Filmemacher*innen, Zuschauer*innen und weiteren Teilnehmer*innen.
Hier gibt es das Programm zu der Interkulturellen Woche.